Klimawandel am Nordpol

Die Auswirkungen des Klimawandels am Nordpol

Globale Erderwärmung, Treibhauseffekt und Klimawandel sind Stichworte, die die umweltpolitischen Debatten der Gegenwart bestimmen. Was dies konkret bedeutet, lässt sich am Beispiel des Klimawandels am Nordpol besonders eindrücklich darlegen. Denn kein Ökosystem leidet derart stark unter dem Klimawandel wie die Arktis.
In den letzten 30 Jahren ist die Ausdehnung und Dicke der Eisdecke um den Nordpol unübersehbar zurückgegangen, die Gletscher Grönlands schrumpfen und Wissenschaftler warnen bereits davor, dass am Ende dieses Jahrhunderts die Arktis in den Sommermonaten vollständig eisfrei sein könnte. Deutlich schneller als in anderen Regionen der Erde könnte sich die Temperatur dort um vier bis sieben Grad erhöhen.
Das Schmelzen der arktischen Eisdecke verstärkt zusätzlich die globale Erderwärmung, da weniger Sonnenstrahlung vom Eis der Polarregion, gleichsam der Kühlschrank des Planeten, direkt reflektiert wird. Über den Polen der Erde, welche Navigationsgeräte der Moderne wichtige Daten liefern, ist die Atmosphäre dünner als über der restlichen Erde und heizt sich dort sehr viel schneller auf, was wiederum die Eisschmelze fördert. Ein fataler Kreislauf der Auswirkungen auf die gesamte Erde haben kann, denn dadurch steigt der globale Meeresspiegel.
Durch den Temperaturanstieg in der Arktis erhöht sich die Verdunstung. Die Folge ist ein Phänomen, das dort früher eher selten war: Es regnet.
Die Vegetationszonen könnten sich weiter nach Norden verlagern, d. h. die borealen Nadelwälder Kanadas und Sibiriens dehnen sich immer weiter nach Norden aus. Dies bedroht wiederum das Ökosystem der Tundra mit ihrer Vielfalt an Moos- und Flechtenarten und die Lebensgrundlage vieler Zugvögel, die dort brüten.
Auch die Lebensgrundlage von Eisbären und Robben wird durch den Klimawandel bedroht. Wenn das Eis zu früh im Jahr schmilzt, verringert sich die Zeit, die Robben für die Aufzucht ihres Nachwuchses benötigen und die Nahrungssuche wird erschwert. Das Überleben der Eisbären, die auf dem Festland kaum Nahrung finden und deshalb auf dem Eis Robben, junge Walrosse oder Fische jagen, ist ebenfalls in Gefahr.

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