Klimawandel am Südpol

Klimawandel am Südpol

Die Antarktis ist ein 13 Quadratkilometer großer Kontinent, der zu 98 % von Eis bedeckt und vom Südozean umgeben ist. Ausgerechnet durch das Ozonloch blieb der Südpol in den letzten 20 Jahren weitgehend von der Klimaerwärmung verschont. Die Ozonschicht wirkte wie ein Schutzschild, das jegliche Erwärmung verhinderte. Es waren sogar Abkühlungstendenzen zu verzeichnen.

Doch wie der im Jahr 2009 in London veröffentlichte Bericht der SCAR-Group (Scientific Committee on Antarctic Research) zeigt, ist die globale Erwärmung nun auch in der Antarktis angekommen. Der Bericht mit dem Titel “Antarctic climate change and the environment” zeigt unter anderem, dass derzeit die höchsten CO²-Werte seit 800.000 Jahren gemessen werden. Auch erweist sich die scheinbare größte Leistung des Umweltschutzes, das Verbot von sogenannten FCKWs (Fluorchlorkohlenwasserstoffe), als kontraproduktiv für das weltweite Ansteigen der Temperaturen.

Die Erwärmung des Südozeans bewirkt unter dessen eine drastische Verschiebung der Windgürtel rund um den Südpol. Die kalten Westwinde, die bisher für eine Abkühlung der Antarktis sorgten, bleiben aus. Mit dem Ozonloch würde auch dessen kühlender Effekt verloren gehen. Nun wird warme Luft zur antarktischen Halbinsel geleitet: die Gletscher schmelzen schneller ab und verlieren große Mengen an Eis. An Stelle des Eises treten Pflanzen, die den regionalen Treibhauseffekt noch verstärken. Im Gegensatz zur Arktis wird das Meereis rund um den Südpol um circa 10 % zunehmen, mit fatalen Folgen für beheimatete Pinguinarten und die marine Nahrungskette.

Laut Forschung wird die Temperatur am Südpol in diesem Jahrhundert um etwa 3 Grad Celsius ansteigen. Das bedeutet einen stärkeren Anstieg des weltweiten Meeresspiegels als bisher vermutet. Forscher befürchten, dass dieser bis 2100 um 1,4 Meter ansteigen könnte.

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